Wie ich Feuer fing…

31.10.2015

Meinen Respekt haben Feuerwehrleute schon sehr lange und auch die Aufgaben weckten mein Interesse bereits im Teenageralter, denn so lange ich denken kann, hatte ich eigentlich immer Feuerwehrleute in meinem Freundeskreis. Zu dem Zeitpunkt war es aber so, dass das hier mit den Frauen bei der Feuerwehr noch nicht so verbreitet war und irgendwie ist das dann auch wegen anderer Hobbys alles im Sande verlaufen.

Nun bin ich aber vor kurzem durch meinen Freund wieder etwas näher an die Feuerwehr geraten und nachdem ich nun auch nach Busdorf gezogen war, nutzte ich die Chance! Ich fragte ihn, ob ich bei einem technischen Dienst einmal zuschauen könne. Ja, natürlich könne ich das – keine Frage! So nahm er mich dann auch gleich mit, denn es war schließlich Freitag und technischer Dienst stand für den Tag auf dem Plan.

Eine gute halbe Stunde nach meiner Frage, ob ich denn zuschauen könnte, stand ich voll ausgerüstet in der Feuerwehrdienstklamotte im Gerätehaus. Zugucken bedeutet hier nämlich gleich anfassen und mitmachen. Mit unendlich vielen Fragezeichen im Gesicht wurde ich dann auch gleich auf´s HLF gesetzt und konnte direkt an der Front etwas lernen. In der Gemeinde wurde auf die Bitte eines Gemeindearbeiters eine Wasserleitung durchgespült. So viele neue Geräte, Begriffe und die entsprechenden Handgriffe dazu… Meine Güte!! Kurzzeitig fühlte ich mich doch etwas überfordert mit der Gesamtsituation, aber ich merkte schnell, dass nicht nur mein Freund, sondern auch die anderen Kameraden sich wirklich viel Mühe gegeben haben, mir alles zu zeigen und zu erklären. Dadurch fühlte ich mich gleich gut aufgehoben und Spaß gemacht hat es natürlich auch.

Wäre dies nicht so gewesen, hätte ich mich nämlich nicht die nächsten Tage eingehender mit dem Thema „Feuerwehr“ beschäftigt und ich wäre dann schon gar nicht auf die Idee gekommen, die Sache durch eine aktive Mitgliedschaft zu vertiefen. Und ich muss sagen, ich bereue es überhaupt nicht. Wenn auch ein weiterer Stoß ins kalte Wasser folgte. Denn ohne zu wissen, wie mir geschah, war ich dann auch schon Teil der Wettkampfgruppe für den Amtsfeuerwehrtag, der nur zwei Wochen später stattfinden sollte.

Ob ich diese wahnsinnig schnelle Entwicklung nur meinem Freund und seinem Bruder, der ebenfalls sehr engagiert bei der Feuerwehr ist, zu verdanken habe oder ob das immer so fix geht??? Keine Ahnung, Gerüchte sagen „Ja“… Lasst Euch also überraschen!

Ich kann nur sagen, dass sich mir dann schon recht schnell erschlossen hat, dass diese Idee mit der Wettkampfgruppe nicht die schlechteste war! Es ging dabei um den Aufbau einer Löschwasserversorgung über Rohrleitungen. Also um Grundkenntnisse, die sich nun mal in der Praxis am besten verinnerlichen lassen.

Klar war mein Puls und mein Herzschlag rapide erhöht, als der Wettkampftag dann plötzlich da war und es wurde auch nicht besser als sich herausstellte, dass wir erst als vorletzte Gruppe starten durften. Letztendlich ging aber alles gut und es bewahrheitete sich mal wieder der Spruch „Wenn die Generalprobe schief läuft, klappt die Premiere umso besser“. Ich war jedenfalls erstmal stolz auf mich und ja, trotz der Anspannung hat es natürlich auch Spaß gemacht.

Abends wurde dann mit allen Wehren des Amtes Haddeby gefeiert und die Siegerehrung durchgeführt. Wir belegten den 5. Platz. Genau die Mitte, alles ok. Und es war ein schönes Fest mit den Kameraden.

Inzwischen habe ich nun so einige Dienste mitgemacht und kann nur sagen, ich habe schon viel gelernt, erlebe immer noch die volle Unterstützung der erfahrenen Kameraden und habe immer mehr Freude daran, die tolle Truppe zu unterstützen.

Auch den ersten Brandeinsatz habe ich bereits hinter mir. Das war schon nochmal ein anderes Gefühl. Um 3.16 Uhr ging der Pager von meinem Freund los und ich stand genauso schnell senkrecht wie er (ich hätte am Anfang echt nicht gedacht, dass es einem so schnell ins Blut übergeht, denn gehört habe ich das schrille Piepen ja schon öfter, aber „früher“ konnte ich mich einfach umdrehen und weiterschlafen). So schnell wie möglich sind wir also los und er sagte auch gleich, dass es sich um ein Feuer handelt. Darüber hatte ich praktisch noch nichts gelernt, sodass mich dieser Einsatz einerseits höchst neugierig machte. Andererseits ist es einem natürlich trotzdem bewusst, dass es eben keine Übung ist, sondern dass hier Menschen in Gefahr sind oder zumindest sein könnten. Also fuhr ich mit gemischten Gefühlen los. Zum Glück war hier nur eine Garage betroffen und wir waren rechtzeitig am Einsatzort um Schlimmeres zu verhindern. Am Einsatzort ist – nach meiner Einschätzung – alles ziemlich rund gelaufen. Entweder wussten die einzelnen Kameraden von sich aus, was genau zu tun war oder aber es gab klare Anweisungen vom Gruppenführer.

Auch ich hatte als Unerfahrenste das Gefühl, geholfen zu haben. Man hat eben seine Aufgaben bestmöglich erledigt. So war es unter Teamwork möglich, den Garagenbrand als solchen auch zu löschen und ein Übertreten auf den Dachstuhl des Hauses zu verhindern. In dieser Nacht somit nichts Schlimmeres passiert und den Bewohner ging es auch soweit gut, daher konnte ich diesen Einsatz erstmal als positive Erfahrung werten. Es war für mich echt interessant und wieder konnte ich was Neues lernen.

Und das Wichtigste: Wir waren zur Stelle und konnten helfen. Wirklich ein tolles Gefühl.

Nächstes Jahr erwartet mich die Truppmannausbildung. Noch immer wird mir etwas mulmig, wenn ich daran denke, wie viele Dinge ich noch lernen muss. Aber es ist schon nicht mehr so beunruhigend wie am Anfang. Denn wenn ich so zurückblicke auf die letzten drei Monate, habe ich von den besten Lehrmeistern, die ich mir wünschen kann, schon eine Menge gelernt und das mit viel Spaß untereinander. Ich bin wirklich gespannt auf´s kommende Jahr und freue mich schon auf den Tag, an dem ich meinen eigenen Melder oder Pager erhalte.

 

Denn ich bin jetzt so richtig Feuer und Flamme für die Feuerwehr!

… und DIR könnte es doch vielleicht genauso gehen!?

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